
Das Release 2025 liefert einen grundlegend neu definierten Saldenvalidierungsprozess für die Abschlusserstellung, der sowohl im Datenmonitor als auch im Konsolidierungsmonitor genutzt wird.
Die Saldenvalidierung ist ein wichtiger Bestandteil der Abschlusserstellung. Diese wird sowohl im Datenmonitor als auch im Konsolidierungsmonitor durchgeführt. Ziel ist es, auf den verschiedenen Konsolidierungsebenen konsistente Daten sicherzustellen. Das aktuelle Release definiert diesen Prozess grundlegend neu. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Änderungen und Vorteile des neuen Saldenvalidierungsprozesses vor. Zunächst soll aber noch hervorgehoben werden, dass der neue Saldenvalidierungsprozess technologisch eine komplette Neuaufsetzung ist. Um den Prozess zu nutzen, ist eine Migration der Regeln auf die neue Technologie notwendig. Nach der Migration lassen sich die bisherigen Validierungsmaßnahmen nicht weiter nutzen.
Der neue Prozess umfasst auch neue Apps. Diese stellen wir in einem eigenen Artikel ausführlich vor und geben hier bereits einen kurzen Überblick.
In der Vergangenheit war es lediglich möglich, Daten zu validieren, nachdem diese aus den Einzelabschlüssen (Tabelle ACDOCA) für das Konzernrechnungswesen (Tabelle ACDOCU) freigegeben wurden. Datengrundlage für die Validierung war daher die Tabelle ACDOCU im Konzernrechnungswesen. Mit dem neuen Release können Sie Einzelabschlussdaten validieren, noch bevor die Datenfreigabe sie für das Konzernrechnungswesen bereitstellt. Dies kann insbesondere helfen, den Abschlussprozess zu beschleunigen und die Qualität der Daten zu verbessern. Dadurch startet der Validierungsprozess deutlich früher, und der Korrekturbedarf lässt sich bereits frühzeitig identifizieren - zumindest für integrierte Gesellschaften.
Bislang standen ausschließlich drei Saldenvalidierungsmaßnahmen zur Verfügung. Eine für Meldedaten, eine für angepasste Meldedaten und eine für konsolidierte Daten. Mit dem neuen Saldenvalidierungsprozess ist es nun möglich, Saldenvalidierungsmaßnahmen weiter zu untergliedern, um gestaffelte Periodenabschlüsse zu realisieren. So lässt sich die Saldenvalidierung für Meldedaten beispielsweise in zwei Schritte aufteilen: Zuerst werden Bilanz und GuV validiert, danach folgen die Anhangsangaben. Als Merkmal für die Untergliederung dienen die Belegarten.
Mit dem Release 2025 werden neue Operanden zur Verfügung gestellt:
Mit diesem Operanden kann der kumulierte Betrag aller Perioden des Vorjahres selektiert werden. Dadurch ist es möglich, Werte des aktuellen Geschäftsjahres direkt mit dem Vorjahr zu vergleichen. Bei der Bilanzpositionen, welche auf sich selbst vorgetragen werden, war das auch früher möglich durch die Werte auf dem Saldenvortragsunterposition. Aber jetzt ist die Validierung auch bei Jahresüberschuss, GuV Positionen oder bei einem bestimmten Unterposition in Bilanz möglich.
Dieser Operand selektiert den kumulierten Betrag vom Beginn des aktuellen Quartals bis zur angegebenen Periode. Dadurch lassen sich gezielte Quartalsvergleiche durchführen.
Mit diesem Operanden können nun auch Mengen auf Year-to-Date- bzw. Quarter-to-Date-Basis validiert werden. Dadurch lassen sich neben Beträgen auch Mengen periodenbezogen prüfen.
Prüfregeln werden in Prüfregelgruppen zusammengefasst, welche schließlich Maßnahmen zugeordnet werden. Diese Zuordnungen werden nicht im Customizing vorgenommen, sondern in der neuen App "Regelgruppe für Saldenvalidierung zuordnen". In Verbindung mit dem Export und Import dieser Zuordnungen gewinnen Fachbereiche deutlich an Flexibilität und arbeiten unabhängiger vom klassischen Transportsystem. Im Customizing selbst müssen lediglich noch die Maßnahmen angelegt und in den Monitoren zugeordnet werden.
In dem neuen Saldenvalidierungsframework werden Prüfregeln hierarchisch in einer Baumstruktur angeordnet. Beginnend mit einer Gruppe, die beliebige Untergruppen haben kann. Auf den unteren Ebenen sind schließlich Prüfregeln zugeordnet. Im Vergleich zum alten Framework ist es nun möglich, Regelgruppen auf mehr als nur zwei Ebenen anzuordnen. Es wird weiterhin ermöglicht, innerhalb von Gruppen auf andere Gruppen zu referenzieren. Dies kann den Pflegeaufwand merklich verringern, da sich so Änderungen durch referenzierte Strukturen vererben.
Beispiel:
In der folgenden Gruppe verweist der Knoten "GUV" aus die Quelle MR1-GUV.

Eine Änderung in der Quelle MR1-GUV, z. B. das Zufügen einer weiteren Prüfregel, bewirkt dann, dass diese Prüfregel automatisch auch in der Gruppe "VAL01" zugefügt wird. Beim Speichern einer solchen Änderung wird eine entsprechende Information ausgegeben:

Im Ergebnis enthält die Gruppe „VAL01“ auch die neu hinzugefügte Prüfregel, ohne dass Sie die Gruppe explizit ändern mussten:

Fazit:
Der neue Saldenvalidierungsprozess bringt einige starke Neuerungen mit sich. Insbesondere die Integration mit dem Einzelabschluss bzw. die Möglichkeit, Daten direkt in der Tabelle ACDOCA zu validieren, kann helfen, den Abschlussprozess und die Datenqualität zu verbessern. Auch die Option, Untergruppen von Prüfregeln wiederzuverwenden, vereinfacht den Pflegeprozess im System und dient der Übersichtlichkeit.
Diese Neuerungen bringen jedoch auch Implementierungsaufwand mit sich, da eine Migration vom alten auf das neue Framework durchgeführt werden muss. Weiterhin kann Anpassungsbedarf bei Berechtigungen bestehen, da eine Reihe neuer Apps für den neuen Saldenvalidierungsprozess vorgesehen sind.
Unverändert bleibt, dass die Kontrollstufe auf Ebene der Prüfregeln vergeben wird. Wenn eine Prüfregel unterjährig als Warnung und zum Jahresabschluss als Fehler ausgeführt werden soll, müssen Sie weiterhin zwei separate Prüfregeln anlegen: eine mit der Kontrollstufe „Warnung“ und eine mit der Kontrollstufe „Fehler“.
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